Auftakt nach Maß: FV Illertissen gewinnt 1:0 gegen Aschaffenburg

Mit einem 1:0-Sieg gegen Viktoria Aschaffenburg ist der FV Illertissen in die Regionalliga-Saison gestartet. Das Tor des Tages gelang einem Neuzugang.

Philipp Boyer gab in der Abendsonne Takt und Ton vor. Er in der Mitte, seine Mitspieler um ihn herum. Laut und wild feierten die Kicker des FV Illertissen den 1:0-Heimsieg gegen Titelanwärter Viktoria Aschaffenburg zum Saisonauftakt in der Regionalliga Bayern. Aber es war freilich nicht so, dass sich Boyer nur als Animateur nach dem Spiel Bestnoten verdiente. Der 25-jährige Verteidiger zeigte auch auf dem Platz seine Qualitäten.

Das einzige Tor fällt per Elfmeter

Er beackerte unermüdlich die rechte Seite. Mal hinten, mal vorne. Mal mit der klärenden Grätsche, mal mit der scharfen Flanke nach innen vor das gegnerische Tor. „Es war viel Arbeit für uns. Wichtig war, dass wir alle mit klarem Kopf in diese Partie gegangen sind und diesen Sieg unbedingt wollten.“ Boyer sprach, wie man das bei einem solchen knappen Ergebnis im Fußball-Jargon oft macht, von einem „dreckigen Sieg“. Aber auch wenn der einzige Treffer des Tages bereits in der fünften Minute per Elfmeter erzielt wurde, steckt hinter dem Erfolg viel mehr.

Keine Zweifel am Strafstoß

Es war ein Sieg des Kollektivs. Das sah auch Illertissens Trainer Marco Konrad so. Er meinte nach dem Schlusspfiff: „Von Nummer 1 bis Nummer 17 war es ein herausragender Auftritt meiner Mannschaft. Hut ab vor jedem Einzelnen.“ Kämpferisch waren die Gastgeber lange gefordert. Denn 85 Minuten mussten sie sich wehren. Und das taten sie mit Bravour. Konrad hatte genau das kommen sehen, als Neuzugang Semir Telalovic den FVI schon nach fünf Minuten per Handelfmeter mit 1:0 in Führung brachte. Während bei der Fußball-Europameisterschaft in den vergangenen Wochen immer wieder über Elfmeter dieser Art und die Frage nach dem strafbaren Handspiel diskutiert wurde, gab es im Vöhlin-Stadion keine Zweifel an der Richtigkeit des Pfiffs von Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hartmann aus Krugzell bei Kempten. Reklamationen des Gegners blieben aus.

„Es war unser Plan, ein frühes Tor zu machen. Egal wie. Es lag uns, wie das Spiel danach lief.“ Aschaffenburg erhöhte zwar den Druck, hatte vor 275 Zuschauern aber kaum richtig gute Chancen auf den Ausgleich. Bei den wenigen gefährlichen Abschlüssen war FVI-Schlussmann Felix Thiel zur Stelle. Illertissen stand hinten kompakt und setzte nach vorne immer wieder Nadelstiche. Allein Telalovic, der vor der Saison aus Ehingen gekommen war, hätte die Partie mit einer Handvoll Möglichkeiten zugunsten der Gastgeber entscheiden können.

Trainer Marco Konrad spricht von „sehr, sehr intensivem Spiel“

Auch der eingewechselte Kai Luibrand hatte in der 73. Minute die Vorentscheidung auf dem Fuß, doch Aschaffenburgs Schlussmann Max Grün brachte die Fingerspitzen noch an den Ball und klärte auf der Linie. So musste am Ende bis zur 93. Minute gezittert werden, ehe der Auftakt nach Maß unter Dach und Fach war. Konrad meinte: „Es war ein sehr, sehr intensives Spiel. Aschaffenburg war vergangenes Jahr nicht umsonst Tabellenführer, als die Saison abgebrochen wurde. Von daher ist die Leistung meines Teams noch viel höher zu bewerten.“

( Quelle: Augsburger Allgemeine )