FV Illertissen 5:2 FC Pipinsried

Standesgemäß mit 5:2 (2:0) gegen Absteiger Pipinsried sorgte der FV Illertissen in der Regionalliga Bayern für äußerst wertvolle Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Marco Mannhardt (2), Yannick Glessing, Maurice Strobel und Hannes Pöschl bei Gegentreffern von Halit Yilmaz und Faton Dzemailji waren die Torschützen der insgesamt 7 Treffer. Die Illertisser hatten nach einer Stunde bereits mit 3:0 geführt, ehe die Gäste mit zwei Toren urplötzlich den Anschluß schafften. Ärgerlich für die Illertisser, die schon zur Pause hätten deutlicher als mit 2:0 führen müssen.

Sie hatten nämlich von Beginn an ein Offensivfeuerwerk abgebrannt und Chancen fast im Minutentakt. Schon nach 2 Minuten steuerte Marco Mannhardt allein aufs Tor zu, zielte jedoch am langen Eck vorbei. Eine Zeigerumdrehung später hieß es bereits 1:0, Fabio Maiolo sah den freistehenden Maurice Strobel, der überlegt einschoß. Angriff auf Angriff rollte auf das Gästetor zu, doch es fehlte zunächst ein zweites Tor. Weder Marco Mannhardt (9.), der am Fünfmeter an Torhüter Daniel Witetschek scheiterte, noch Gökalp Kilic, dessen Abschluß auf dem Tornetz landete (22.) schafften es. Nach einer guten halben Stunde war es aber so weit, den Schuß von Maurice Strobel konnte Gästetorhüter Witetschek nur abklatschen und Marco Mannhardt war zur Stelle, traf zum 2:0. Beeindruckend das Auftreten der Illertisser im weiteren Verlauf, die es nur versäumten, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Gelegenheiten dafür gab es jede Menge, doch Yannick Glessing, Maurice Strobel und Marco Mannhardt vergaben. Illertissens Torhüter Felix Thiel war dagegen in der ersten Hälfte gegen seine ehemaligen Mannschaftskameraden arbeitslos. Als dann Yannick Glessing nach einer Stunde den Querpass von Kento Teranuma zum 3:0 nutzte schien der ‚Käse gegessen‘.

Doch eines muß man den Pipinsriedern attestieren, sie fügten sich keineswegs in ihr Schicksal, kämpften weiterb unermüdlich. Der Lohn war der 3:1 Anschlußtreffer (64..) durch einen verwandelten Foulelfmeter von Halit Yilmaz, Nico Fundel hatte Nickoy Ricter gefoult. Wenige Minuten später (69.) stand es plötzlich 3:2, Faton Dzemailji hatte am langen Pfosten ungehindert eingeköpft. Dieser Treffer war jedoch quasi ein Weckruf für die Illertisser, die postwendend (71.) den alten Abstand wiederherstellten. Marco Mannhardt verwertete den Querpass von Gökalp Kilic mit seinem zweiten Treffer zum 4:2. Damit war der Widerstand der Gäste endgültig gebrochen und in der 87. Minute sorgte Hannes Pöschl, der nach dem abgeklatschten Schuß von Marco Gölz traf, für den 5:2 Endstand.

Holger Bachthaler (FVI): „Wir haben vom Anfang gut ins Spiel gefunden. Die Jungs wussten, worum es ging. Wir mussten schon in der ersten Halbzeit höher als 2:0 zu führen. Wir haben uns in der Halbzeitpause vorgenommen, unsere Angriffe gut zu Ende zu spielen. Diese Klarheit haben wir in der zweiten Halbzeit leider nicht auf dem Platz bekommen. So entwickelte sich dann das Spiel und du kassiert zwei Tore aus dem Nichts. Zum Glück haben wir sofort das vierte Tor erzielt. Daher bin ich mit dem Sieg zufrieden, mit unserer Abwehrleistung allerdings nicht. Wir hatten uns vorgenommen, zu Null zu spielen. Das war die Vorgabe. Wir müssen in den nächsten Spielen schauen, dass wir die Fehler abstellen. Im Vordergrund standen aber die drei Punkte, die aufgrund der Tabellensituation sehr wichtig sind.“

Enver Maltas (Trainer FC Pipinsried): „In der Summe war es definitiv ein verdienter Sieg für den FV Illertissen. Wir kommen sehr schlecht ins Spiel, kassieren unglücklich das 0:1 aus einer Standardsituation. Danach hat bei uns nach schwierigen letzten Wochen dennoch ein Aufbäumen gesehen. Klar ist es sehr schwer, die Spieler zu motivieren, da der Abstieg schon feststeht. Wir haben den Illertissen aber nichts geschenkt und uns nicht kampflos ergeben. Daher möchte ich meiner Mannschaft Respekt zollen.“

FV Illertissen: Thiel – Gölz, Kopf, Herzig, Fundel – Kilic, Maiolo (66. Pöschl), Glessing (88. Held), Mannhardt (83. Wanner) – Strobel (66. Zeller), Teranuma (72. Watanabe)

Autor: Herrmann Schiller / Foto: Nikita Schleicher