Spielbericht Spvgg Bayreuth – FV Illertissen

Es hat nicht sollen sein. Mit 1:2 unterlag der FV Illertissen am Dienstag Abend beim Favoriten Spvgg Bayreuth mit 1:2(0:0). Ausgerechnet der Ex-Illertisser Alexander Nollenberger machte eine gute Viertelstunde vor Schluss die Hoffnungen des FV Illertissen, das Finale des Ligapokals zu erreichen, zunichte. Mit seinem Treffer zum 2:0 sorgte er für eine Vorentscheidung in einem Spiel, in dem die Illertisser Lob und Anerkennung von allen Seiten erhielten.

„War klar, dass es nach einem zweiten Gegentor sehr schwer werden würde“, sah der Illertisser Sportvorstand Karl-Heinz Bachthaler das Geschehen. Bis dahin lagen die Illertisser nur mit 0:1 im Rückstand, das Tor hatte der Ex-Löwen-Torjäger Markus Ziereis wenige Minuten nach der Pause(49.) nach einem Gewühl im Strafraum erzielt. Zu dem Zeitpunkt durchaus etwas glücklich, auch wenn die Bayreuther nach Wiederanpfiff deutlich präsenter zeigten. Das war auch nötig, denn in der ersten Halbzeit waren die Illertisser spielbestimmend, waren einfach die bessere Mannschaft. Was fehlte, war ein Tor. Kai Luibrand war auch in der Anfangsphase nahe dran gewesen, doch nach zwei Zeigerumdrehungen verhinderte Torhüter Lucas Zahaczewski mit den Fingerspitzen den Rückstand und nach einer Viertelstunde hatte der Illertisser Mittelstürmer das Visier zu hoch eingestellt.

Der FVI war von Trainer Marco Konrad taktisch hervorragend eingestellt, die Gastgeber kamen nie so recht ins Spiel. Lediglich ein Kopfball des Ex-Profis Anton Makarenko(22.) sorgte für etwas Gefahr, doch ansonsten waren die Illertisser am Drücker, beherrschten das Spiel. Ein Schrägschuss des aufgerückten Maries Wegmann streifte sogar die Latte, doch ein Treffer wollte nicht gelingen. Der gelang zum Leidwesen der Illertisser den Gastgebern kurz nach der Pause, die anschließend ihre stärkste Phase hatten. Da merkte man ganz einfach, dass die Illertaler seit 7 Monaten kein Spiel mehr bestreiten konnten und Gegner Bayreuth bereits drei Pflichtspiele hinter sich hatte.

Ein zweites Gegentor deutete sich an, was dann auch durch Alexander Nollenberger fiel. Zuvor hatte Torhüter Felix Thiel zwei Mal in höchster Not retten müssen. Doch erstaunlich, wie die Gäste anschließend nochmals alle Kräfte mobilisierten, sich keineswegs geschlagen gaben. Prompt erzielte Innenverteidiger Nico Keckeisen den 2:1 Anschlusstreffer, köpfte nach einer Ecke des eingewechselten Leif Estevez ein. Sogar Torhüter Felix Thiel hielt dann bei zwei weiteren Eckbällen nichts mehr in seinem Kasten, wollte mithelfen, den durchaus verdienten Ausgleich zu erzielen.

Die Stimmen zum Spiel:

Timo Rost (Trainer SpVgg Oberfranken Bayreuth): “Es war ein Pokalfight pur. Wir gehen 2:0 in Führung. Illertissen macht den Anschlusstreffer über eine Standardsituation und wir bekommen am Schluss auch noch eine Gelb-Rote Karte. Aber die Jungs haben sich hineingeschmissen, haben gefightet und jetzt sind wir im Finale.”

Marco Konrad (Trainer FV Illertissen): “Zunächst muss ich jedem einzelnen Spieler ein Kompliment aussprechen, weil wir über 90 Minuten den Sieg verdient gehabt hätten. Eine Standardsituation hat das Spiel für Bayreuth entschieden. Nach sieben Monaten ohne Spiel war es allererste Sahne, sich so gegen einen Aufstiegsaspiranten zu präsentieren. Meine Mannschaft war nah dran, das Finale zu erreichen.”

FV Illertissen: Thiel-Wegmann, Rupp, Keckeisen, Enderle(58. Gölz)-Zeller(58. Glessing), Rietzler, Maiolo, Watanabe(66. Estevez)-Strobel(79. Smarzoch)-Luibrand(79. Dewein)

Trotz der Niederlage hat auch der FV Illertissen weiter die Chance auf die Teilnahme am DFB-Pokal. Im Viertelfinale des Toto-Pokals (voraussichtlich 19. oder 22. Juni) – das steht bereits fest – muss das Team von Trainer Marco Konrad beim FC Eintracht Bamberg aus der Bayernliga Nord antreten.