Torwarttrainer Guido Greubel im großen Interview

Pünktlich zum Geburtstag gibt es heute ein Interview mit unserem neuen Torwarttrainer Guido Greubel (48)! Zur Winterpause haben wir mit ihm über die ersten Monate beim FVI gesprochen, Einblicke in seine Arbeit bekommen und erfahren, warum er auf der Trainerbank eher der emotionalere Typ ist…

Du bist im Sommer als Nachfolger des langjährigen Torwarttrainers Jürgen Baur zum FVI gewechselt. Wie verlief die Integration und wie fühlst Du Dich jetzt nach den ersten Monaten im Verein?

Die Integration wurde mir sehr leicht gemacht. Holger kannte ich ja schon vom SSV Ulm und mit Timo und Niklas passt die Chemie ebenfalls. Von Seiten der Mannschaft, der Verantwortlichen und dem Umfeld wurde ich super aufgenommen. Im Torwartteam hatten wir von Anfang eine gute Kommunikation und ein tolles miteinander.

In der Regel arbeitest Du mit 3-5 Torhütern in einer Einheit. Worauf lag bisher der Fokus und in welchen Punkten haben sich unserer Schlussmänner entwickelt?

Zuerst mussten wir uns erst kennenlernen. Felix habe ich natürlich in einigen Spielen gesehen, aber leider nicht persönlich gekannt. Bei Vale war es ähnlich. Ihn hatte ich auch in Ulm schon gesehen. Mit Oskar haben wir einen Torwart aus Leipzig geholt, nachdem er im Probetraining überzeugt hat. Die Torwarte der zweiten Mannschaft sind mindestens zweimal in der Woche im Torwarttraining dabei.

Mit Felix haben wir einen erfahrenen Torwart. Hier ist der Trainingsschwerpunkt darauf ausgerichtet, seine Stärken zu optimieren, Angewohnheiten anzupassen, Schwächen zu minimieren und ihn optimal aufs Spiel einzustellen.

Mit Oskar und Vale haben wir zwei junge und talentierte Torwarte. Sie in der Arbeit mit Felix antizipieren zu lassen und trotzdem den Schwerpunkt darauf zu legen, dass sich die beiden weiterentwickeln, ihre Fähigkeiten immer weiter auszubauen, sie dahin zu bringen, dass unabhängig von der torwartspezifischen Entwicklung die Beiden jederzeit, wenn Sie auflaufen dürfen, die Ruhe und Souveränität ausstrahlen um Bälle zu halten.

Während der Spielformen oder wenn für die Übungen nicht alle Torwarte benötigt werden, wird mit jedem individuell gearbeitet.

Auch die Torwarte der zweiten zu integrieren ist sehr leicht gefallen, weil alle im Training Gas geben und versuchen die Vorgaben umzusetzen. Gerade der Wille sich entwickeln zu wollen, auch um das Fundament für die nächsten Schritte zu schaffen, bleibt den Männern hoffentlich noch lange erhalten.

Bei unseren Torwarten geht die Entwicklung in die richtige Richtung und ich hoffe, dass nach der Pause alle mit dem gleichen Feuer arbeiten.

Gib uns bitte einen Einblick in die Zusammenarbeit im Trainerteam:

Die Zusammenarbeit im Trainerteam macht unwahrscheinlich viel Spaß. Klar hat jeder seinen Aufgabenbereich, aber der Austausch untereinander ist einfach top. Egal ob während der Trainingseinheiten, im Gespräch in der Trainerkabine oder der Spielvorbereitung.

Da eine meiner Aufgaben ist, den Torwart aufs Spiel vorzubereiten, nutze ich unsere gute Kommunikation im Trainerteam neben der Analyse der Standards, der offensiven Freistoßvarianten oder auffälligen Aktionen die Auswirkungen aufs Torwartspiel haben, um den Torwart optimal zu unterstützen.

Wir haben mit Felix Thiel einen echten Experten im Team: Wie wird man zum Elfmeterkiller?

Es gibt einige Anzeichen und Bewegungsabläufe beim Schützen, von denen der Torwart ableiten kann, wohin der Schütze schießen könnte. Felix hat hier ein gutes Auge, antizipiert sehr gut, kann seine Erfahrung ideal einsetzen und hat dazu auch oft das passende Bauchgefühl.

Du bist schon seit langem im Geschäft, hast oft mit spielstarken Teams gearbeitet. Wie hat sich das Torwartspiel generell und auf Regionalliganiveau entwickelt?

Von der generellen Entwicklung ist der Torwart schon lange weg vom „Torhüter“. Im Spielaufbau soll er als zusätzlicher Spieler unterstützen, auch erkennen wann muss ich verlagern, den tiefen Ball spielen und dies am besten mit beiden Beinen hinbekommen.

In der Defensive höher stehen um die Bälle im Raum zu verteidigen, die Angriffe schon frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.

In der Regionalliga ist es natürlich auch immer der Spielweise der Mannschaft geschuldet, nach der häufig auch der Torwart ausgewählt wird. Auch hier kann man eine Entwicklung in diese Richtung erkennen.

Manchmal hat man das Gefühl, dass hier teilweise die originären Torwartfähigkeiten etwas darunter leiden. Das Kerngeschäft bleibt trotzdem den Ball zu halten.

Gerade in der Torwartausbildung ist es spannend in der Regionalliga Bayern die Torwarte der zweiten Mannschaften vom Club, Fürth, Bayern und Augsburg in der Entwicklung zu sehen. Hier kommen junge, mit einer guten Ausbildung versehene Torwarte zum Einsatz um sich zu entwickeln. Gerade zu sehen, wie sich die jungen Torwarte im Herrenfußball zurechtfinden, die Vorgaben der Vereine umsetzen und ob sie sich hier beweisen können.

Im Spiel fieberst Du leidenschaftlich mit und pushst die Mannschaft von der Trainerbank aus. Ist das eine Grundmentalität, die Du besonders jungen Spielern in ihrer Entwicklung mit auf den Weg geben willst?

Unbedingt, sich nie zufrieden geben und egal ob Du führst oder hinten liegst alles zu investieren um die eigene Leistung auf die Wiese zu bekommen und die Mannschaft mitzunehmen. Selbst wenn es mal nicht klappt mit der eigenen Leistung oder in der Mannschaft, die Leidenschaft, den Willen und den Biss zu investieren um gemeinsam als Team das Maximale zu erreichen. Wenn dann ein junger Spieler meint, „so verrückt bin ich auch“, geil.

Man sagt, man muss auch verlieren können, damit kann ich mich aber nicht zufrieden geben. Genauso wie Du als Torwart keinen Ball aus dem Netz holen willst bzw. Dich nicht damit zufrieden gibst, ist es eine Einstellungssache, wie ich damit umgehe. Wenn Du auf der Bank bist, dann sind die Eingriffsmöglichkeiten sehr überschaubar. Wenn ich in irgendeiner Form unterstützen kann, dass ich den Torwart oder die Mannschaft pushen und unterstützen kann, werde ich es tun.

Der FVI in drei Worten?

Zusammenhalt, Potenzial, Spaß (Pokal ;-))

Interview / Foto: Nikita Schleicher

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